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Trigeminusneuralgie vs. Migräne

· 3 Minuten Lesezeit
Pressure Pal Team
Team für Gesundheit und Wetter

Trigeminusneuralgie und Migräne sind nicht dieselbe Erkrankung, auch wenn beide heftige Schmerzen im Kopf- oder Gesichtsbereich verursachen können.

Die Verwechslung entsteht meist, weil Menschen zuerst auf die Stärke schauen. Zeitlicher Verlauf, Ort und Charakter des Schmerzes unterscheiden sich aber oft deutlich, sobald Sie sich Zeit nehmen und das Muster ansehen.

Wie sich eine Trigeminusneuralgie meist anfühlt​

Die Trigeminusneuralgie wird klassisch als plötzlicher, elektrischer, stechender oder schockartiger Gesichtsschmerz beschrieben.

Der Schmerz:

  • betrifft oft eine Gesichtshälfte
  • kommt in kurzen Attacken statt in stundenlangen Anfällen
  • kann durch Berührung, Kauen, Sprechen, Zähneputzen oder kalte Luft ausgelöst werden
  • konzentriert sich auf Wange, Kiefer, Lippen oder die Gegend um die Nase

Die Attacken können extrem heftig sein, dauern aber meist nur kurz.

Wie sich Migräne meist anfühlt​

Migräne ist in der Regel ein breiteres neurologisches Ereignis.

Der Schmerz kann einseitig oder diffuser sein und hält oft deutlich länger an. Migräne geht außerdem häufiger einher mit:

  • Übelkeit
  • Lichtempfindlichkeit
  • Geräuschempfindlichkeit
  • bei manchen Menschen einer Aura
  • Erschöpfung vor oder nach dem Anfall

Manche Migräneanfälle können Gesichtsschmerz einschließen, doch sie verhalten sich normalerweise nicht wie wiederholte Stromschläge.

Die Dauer ist einer der deutlichsten Hinweise​

Dieser Unterschied zählt.

Die Trigeminusneuralgie verursacht oft Attacken von Sekunden oder Minuten, die sich vielfach wiederholen können. Migräneanfälle dauern meist Stunden und bauen sich in Phasen auf, statt wie ein Schalter einzusetzen.

Dieser Unterschied im Rhythmus ist oft aufschlussreicher als die Schmerzstärke allein.

Auch das Muster der Auslöser zählt​

Die Trigeminusneuralgie wird häufig durch Reize im Gesicht ausgelöst.

Migräne wird eher verbunden mit:

  • gestörtem Schlaf
  • Stress
  • Flüssigkeitsmangel
  • Hormonen
  • Wetteränderungen
  • grellem Licht oder Reizüberflutung

Wenn Gewitter und Luftdruckschwankungen zeitlich zu Ihren Symptomen passen, spricht das eher für Migräne als für eine klassische Trigeminusneuralgie. Eine ordentliche Abklärung ersetzt das aber nicht.

Warum die Diagnose kein Ratespiel sein sollte​

Gesichtsschmerz hat viele mögliche Ursachen.

Zahnprobleme, Nasennebenhöhlen, Kiefergelenkbeschwerden, Migräne und Nervenschmerz überschneiden sich so stark, dass eine Selbstdiagnose unzuverlässig ist. Neu aufgetretener starker Gesichtsschmerz, besonders wenn er schockartig ist oder wiederholt durch Berührung des Gesichts ausgelöst wird, gehört ärztlich abgeklärt und nicht ins Internet.

Was Sie aufzeichnen sollten, wenn Sie unsicher sind​

Notieren Sie:

  • wo genau der Schmerz beginnt
  • ob er schockartig, pochend, brennend oder druckartig ist
  • wie lange jede Episode dauert
  • ob Kauen, Zähneputzen oder leichte Berührung ihn auslösen
  • ob Übelkeit, Aura oder Lichtempfindlichkeit auftreten
  • ob Wetteränderungen zeitlich zu den Schmerztagen passen

Eine solche Aufzeichnung macht Gespräche in der Facharztpraxis viel ergiebiger.

Fazit​

Die Trigeminusneuralgie verursacht meist kurzen, elektrischen Gesichtsschmerz, der durch Berührung oder Bewegung ausgelöst wird. Migräne dauert in der Regel länger und bringt eher Übelkeit, Reizempfindlichkeit, Erschöpfung oder eine Aura mit.

Wenn Ihr Schmerzmuster unklar ist, zeichnen Sie die Details sorgfältig auf und holen Sie ärztlichen Rat, statt alles in die Kategorie Migräne zu pressen.